
Besuch im Kinderhospiz „Fridolins Regenbogenhof“
1. Oktober 2025
Ein großes Dankeschön an Alexander Kuras!
14. Oktober 2025Rückblickend auf meine bisherigen zweieinhalb Jahre im Kinder- und Jugendhospiz kann ich sagen, dass das Ehrenamt dort genau das Richtige für mich ist.
„Sterben ist ein Teil des Lebens und wir sollten darüber sprechen“ – dieses Zitat, welches ich von Sara (Koordinatorin) aufgeschnappt habe und sicher nie vergessen werde, könnte meine Arbeit im Hospiz abschließend nicht besser zusammenfassen.
„Was, du möchtest freiwillig ins Kinder- und Jugendhospiz? Dahin, wo die Kinder sterben?“ – „Also ich könnte das ja nicht“ – mit diesen und noch vielen weiteren ähnlichen Sätzen wurde ich konfrontiert, nachdem ich erzählte, wo ich mich ehrenamtlich engagieren möchte.
Als ich 19 Jahre alt war, erkrankte mein Papa an Lungenkrebs. Von nun an bestimmten Arztbesuche unser Leben. Eine tägliche Gradwanderung zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Gedanken über den Tod und die Endlichkeit eines jeden Lebens um mich herum pflanzten sich in meinen Kopf ein. Gedanken, die man mit niemandem teilen kann.
Wer soll mich schon verstehen oder meinen Schmerz nachempfinden können? Auch mit dem unausweichlichen Verlust hörte diese Gedankenspirale nicht auf sich zu drehen. Neben der Enttäuschung über die Reaktionen begann ich an mir zu zweifeln.
.
Aus dem Schmerz entwickelte sich der Drang, etwas verändern zu können, Menschen zu helfen und meine Empathie nicht in Abschreckung oder Angst verwandeln zu lassen. Also entschied ich mich im Oktober 2022 dazu, mich beim Kinder- und Jugendhospiz Halle vorzustellen und meine Hilfe anzubieten. Hier wurde ich mit den offenen Armen empfangen, die ich so lange vergeblich gesucht hatte. Bei verschiedenen Veranstaltungen wie dem Lebenslauf oder dem Sommerfest half ich vor Ort und konnte mit jeder einzelnen Begegnung über mich hinauswachsen.
Im Frühjahr 2024 nahm ich an der Ausbildung zum Familienbegleiter teil und kam direkt im Anschluss zur Betreuung in meine erste Familie. Die Zwillingsmädchen hatte ich sofort in mein Herz geschlossen. Sie haben mich vom ersten Moment an mit ihrem ehrlichen Lachen angesteckt. Oft gehen wir gemeinsam in den Zoo, auf den Spielplatz, essen Eis oder spielen bei ihnen zuhause.
Mittlerweile weiß ich, welche Lieder sie gerne in welcher Situation hören und kann diese übrigens auch auswendig. Mittlerweile warte ich schon darauf, dass sie mich liebevoll „Shell“ nennen, wenn sie mich sehen. Manchmal kann ich die Beiden sogar unterscheiden.
„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“






